Kunst trifft Reklame

Die Heimat als Kraftfutter für Riegels Synapsen

Franz Riegel lebt in der Mecklenburgischen Schweiz. Informationen, die der Lebensort oder seine Wahlheimat ihm darbietet, sei es ein Zeitungsbericht über den Kampf der Milchbauern um angemessene Preise, sei es das Gewahrwerden einer Kuhherde auf der Weide am Rande seines Dorfes, löst einen Synapsensturm in seinem Gehirn aus: Bekanntes verbindet sich mit passenden und mit unpassenden Informationen.
Was er sieht und hört entwickelt sich traumhaft-assoziativ weiter, beginnt ein eigenes Innenleben und ein verändertes Äußeres anzunehmen, geht Koalitionen mit anderen Bildern und Geschichten ein, wird zum Eigenen, zum Phantastischen Blick. Dieser phantastische Blick, über den der Betrachter stolpert- und stolpern soll, wird über die Jahre in seinem Beruf, der Werbung, geschärft und weiter entwickelt - manchmal auch als trotziges Gegenprogramm zu eher konservativen Auftraggebern.
In den letzten Jahren ermöglichen technische Weiterentwicklungen aber auch seine jahrelange handwerklich-technische Erfahrung die Entstehung neuer Digitaler Kunst. Eigene Fotografien werden als Bilddateien gespeichert und nachträglich manipuliert, verfremdet, neu zusammengesetzt und komponiert oder zu Bildern alter Meister in Beziehung gesetzt sowie anschließend auf verschiedene Untergründe gedruckt und schließlich als Bild oder als Objekt weiterverarbeitet. (Dr. Brigitte Arend)